Cedd, Bischof von Essex und Abt von Lastingham

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Gedächtnis: 26. Oktober

Der heilige Cedd wurde im frühen 7. Jahrhundert in Northumbrien geboren. Er war der Bruder des heiligen Chad und wurde wie dieser in der geistlichen Tradition Lindisfarnes unter dem heiligen Aidan ausgebildet. Als Mönch von Lindisfarne empfing Cedd jene Verbindung von asketischem Leben, Gebet und missionarischer Verkündigung, die sein weiteres Wirken als Missionar, Abt und Bischof bestimmte.

Im Jahre 653 wurde Cedd gemeinsam mit den Priestern Adda, Betti und Diuma zur Verkündigung des Evangeliums unter den Mittelangeln ausgesandt. Anlass dafür war die Bekehrung Peadas, des Sohnes König Pendas von Mercia. Peada hatte am Hof des Königs Oswiu von Northumbrien, den christlichen Glauben angenommen und die Taufe empfangen. Auf seine Bitte wurden die vier Priester mit ihm ausgesandt, um auch seinem Volk das Evangelium zu verkünden. Ihre Mission trug reiche Früchte, und zahlreiche Menschen nahmen den christlichen Glauben an.

Bald darauf eröffnete sich Cedd ein weiteres Missionsfeld unter den Ostsachsen. Deren König Sigeberht stand in freundschaftlicher Verbindung mit Oswiu, der ihn wiederholt zur Annahme des christlichen Glaubens ermahnte. Nachdem Sigeberht zum Glauben gekommen und von Bischof Finan von Lindisfarne getauft worden war, bat er um Lehrer für sein Volk. Oswiu ließ daraufhin Cedd aus dem Gebiet der Mittelangeln zurückrufen und sandte ihn mit einem weiteren Priester zu den Ostsachsen.

Cedd durchzog das Land und verkündete das Evangelium mit großem Erfolg. Als er nach Northumbrien zurückkehrte, wurde er von Finan von Lindisfarne unter Mitwirkung zweier weiterer Bischöfe zum Bischof geweiht. Anschließend kehrte Cedd zu den Ostsachsen zurück und setzte dort seine Mission fort. Er errichtete Kirchen und weihte Priester und Diakone, die ihn bei der Verkündigung des Glaubens und bei der Taufe des Volkes unterstützten. In Ythancaestir, dem heutigen Bradwell-on-Sea, und in Tilaburg, dem heutigen Tilbury, sammelte er Gemeinschaften von Dienern Christi und unterwies sie im geistlichen Leben.

Beda Venerabilis überliefert auch ein eindrückliches Beispiel für Cedds Verständnis des Bischofsamtes. Cedd hatte einen Mann wegen einer schweren Verfehlung von der kirchlichen Gemeinschaft ausgeschlossen und allen Christen untersagt, dessen Haus zu betreten oder mit ihm zu speisen. König Sigeberht missachtete diese Weisung. Als er Cedd begegnete, stieg der König vom Pferd und bat ihn um Vergebung. Cedd erinnerte ihn mit großer Strenge an seinen Ungehorsam. Als Sigeberht später in eben jenem Haus ermordet wurde, deutete Beda seinen Tod im Zusammenhang mit dieser Missachtung der kirchlichen Zucht, betonte jedoch zugleich die Frömmigkeit des Königs.

Neben seinem Bischofsamt unter den Ostsachsen bewahrte Cedd eine enge Verbindung zu seiner northumbrischen Heimat und besuchte sie wiederholt zur Verkündigung. König Æthelwald von Deira schätzte ihn als heiligen, weisen und rechtschaffenen Mann und schenkte ihm Land zur Errichtung eines Klosters. Dort gründete Cedd das Kloster Lastingham in Yorkshire.

Bevor Cedd mit der Errichtung des Klosters begann, wollte er den Ort durch Gebet und Fasten für Gott weihen. Nach Bedas Bericht beabsichtigte er, während der gesamten Fastenzeit zu fasten und täglich erst am Abend eine geringe Menge Brot, ein Ei und etwas mit Wasser vermischte Milch zu sich zu nehmen. Zehn Tage vor dem Ende dieser vierzigtägigen Zeit wurde er jedoch zum König gerufen. Deshalb bat er seinen Bruder Cynibil, der ebenfalls Priester war, das begonnene Fasten an seiner Stelle zu vollenden. Erst danach wurde mit der Errichtung des Klosters begonnen.

Cedd leitete Lastingham als Abt neben seinem Bischofsamt. Das Kloster wurde zu einem wichtigen geistlichen Mittelpunkt und blieb zugleich eng mit jener monastischen Überlieferung verbunden, in der Cedd selbst ausgebildet worden war.

Im Jahre 664 nahm Cedd an der Synode von Whitby teil, bei der insbesondere über die unterschiedliche Berechnung des Ostertermins beraten wurde. Da Cedd mit den verschiedenen kirchlichen Traditionen vertraut war, wirkte er bei den Beratungen als Dolmetscher. Nach der Entscheidung der Synode nahm er die dort festgelegte Ordnung an.

Noch im selben Jahr besuchte Cedd erneut Lastingham. Zu dieser Zeit wütete in Britannien eine schwere Seuche, der auch zahlreiche Geistliche und Mönche zum Opfer fielen. Cedd erkrankte während seines Aufenthaltes im Kloster und entschlief dort am 26. Oktober 664 im Herrn. Sein Leib wurde zunächst außerhalb der Klosterkirche bestattet. Nachdem später in Lastingham eine steinerne Kirche zu Ehren der Allheiligen Gottesgebärerin errichtet worden war, wurden seine Gebeine in diese Kirche übertragen und an der rechten Seite des Altars beigesetzt.

Als die Brüder eines von Cedd gegründeten Klosters im Gebiet der Ostsachsen von seinem Tod erfuhren, kamen etwa dreißig von ihnen nach Lastingham. Sie wollten dort bei den Gebeinen ihres geistlichen Vaters leben und sterben. Fast alle wurden ebenfalls von der Seuche ergriffen und entschliefen. Nur ein junger Mann blieb am Leben. Beda berichtet, dass dieser später erkannte, dass er durch die Fürbitte des heiligen Cedd vor dem Tod bewahrt worden war. Er widmete sich daraufhin dem Studium der Heiligen Schrift, empfing die Priesterweihe und diente der Kirche.

Nach Cedds Tod übernahm sein Bruder, der heilige Chad, die Leitung von Lastingham und folgte ihm als Abt nach. Damit wurde die von Cedd gegründete Gemeinschaft in derselben geistlichen Überlieferung weitergeführt, welche die beiden Brüder durch die Schule des heiligen Aidan und Lindisfarne empfangen hatten.

Der heilige Cedd gehört zu den bedeutenden Missionaren aus der geistlichen Schule Lindisfarnes. Von Northumbrien aus trug er das Evangelium zunächst zu den Mittelangeln und danach zu den Ostsachsen, unter denen er sein Bischofsamt ausübte. Mit Lastingham gründete er zugleich ein Kloster, durch das die von Lindisfarne ausgehende monastische Tradition in seiner northumbrischen Heimat weitergetragen wurde.

Quellen: Beda Venerabilis, Historia ecclesiastica gentis Anglorum, Buch III, Kap. 21–23 und 25–26; Romanian Orthodox Archdiocese of Great Britain and Northern Ireland, Saint Cedd, Enlightener of the Middle Angles and East Saxons; Saints of the Isles, Saint Cedd, Bishop of the East Saxons and Abbot of Lastingham; Saints of the Isles, Cedd of Lindisfarne (†664); Greek Orthodox Archdiocese of Thyateira and Great Britain, Cedd of Lastingham.

Gebete

Troparion (4. Ton)

Lasst uns in Liebe das heilige Gedächtnis des leuchtenden Gestirns der Kirche feiern, denn als wundersamer Lehrer und Wundertäter strahlte er in Demut und Sanftmut hervor und machte die Gläubigen standhaft in der Frömmigkeit. Deshalb lasst uns nun in einem Chor mit Glauben und Liebe zu ihm rufen: Freue dich, o Cedd, unser Vater, der du immer für unsere Seelen betest!

Kondakion (3. Ton)

Als treuer Hirte und weiser Lehrer mühtest du dich um die Einheit der Kirche Englands. O seliger Cedd, bitte, dass auch wir gleich dir in Demut wandeln und Ruhe im Frieden Christi finden.

aus dem Englischen übersetzt